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DER UMGANG MIT NARBEN IN AMYGDALA

Triggerwarnung: Der folgende Blogpost kann Inhalte zu Suizid und Selbstverletzung enthalten.


SUGAs sehnsüchtig erwartetes Album D-DAY, [veröffentlicht] unter dem Alias Agust D, hat am 21. April 2023 endlich seinen Weg zu ARMY gefunden. D-DAY ist das dritte und letzte Album in der Agust D-Trilogie. SUGA spricht im vierten Song des Albums, AMYGDALA, offen über die schweren Zeiten in seinem Leben. Das Musikvideo zum Track wurde am 24. April veröffentlicht, ein paar Tage nach dem Erscheinen des Albums. AMYGDALA ist ein Song aus dem Trap Hip-Hop/Pop-Genre, der intensive Gefühle verstärkt und eine akustische Gitarre und eine einfache, aber doch einprägsame Melodie enthält.


Um die Symbolik des Musikvideos besser zu begreifen, hilft es, die Aufgabe der Amygdala zu verstehen. Das Wort Amygdala kommt von dem griechischen Wort Amygdale, welches Mandel bedeutet. Die Amygdala ist ein Teil des Gehirns, der wie eine Mandel geformt ist und mit der Verarbeitung verschiedener Gefühle in Verbindung gebracht wird, vor allem von Angst.


Das Musikvideo beginnt mit SUGA, der in einem dunklen Raum mit einer einzigen weißen Tür auf einer schwarzen Couch sitzt. Er scheint in seinen negativen Gedanken versunken zu sein. Im Musikvideo und den Lyrics werden einige wichtige Ereignisse, die SUGA stark beeinflusst haben, hervorgehoben: zum Beispiel der Motorradunfall, bei dem seine Schulter verletzt wurde, und die körperliche Gesundheit seiner Eltern. Wenn wir das Musikvideo weiter anschauen, können wir sehen, wie SUGA einen Helm aufsetzt und auf seinen Lieferroller steigt. Der Text, „Eine Reise durch die Erinnerungen / Erinnerungen, die ich gelöscht haben möchte” kann mit seinem Unfall assoziiert werden und wie er sich wünscht, diese Erinnerung zu vergessen.


Der SUGA im dunklen Raum scheint in einer Art Albtraum-Schleife festzustecken, der er verzweifelt entkommen will. Er wacht mit einem Taschenmesser in seiner Hand auf und fügt sich die Narbe zu, die Agust D in den Musikvideos zu Daechwita und Haegeum hat. Betrachtet man den Kontext und die Handlungen, repräsentiert die Narbe im Großen und Ganzen einen Akt der Selbstverletzung. SUGA erlebt den Moment des Unfalls immer wieder in seiner Erinnerung. Die weiße Tür geht für einen kurzen Moment auf und man sieht den SUGA, der im dunklen Raum feststeckt, wie er flüchten möchte, es aber nicht kann. Eine mögliche Interpretation ist, dass er aufhören will, die schmerzhaften Erinnerungen des Unfalls und all die Schwierigkeiten, denen er sich zu der Zeit stellen musste, immer wieder zu erleben ‒ schafft es aber nicht, ihnen zu entfliehen.


Die Amygdala ist dafür verantwortlich, Gefühle wie Angst und Wut auszulösen. Im Laufe des Musikvideos sieht man SUGA Mandeln essen, anstatt Medikamente einzunehmen, denn es heißt, dass Mandeln das Gedächtnis verbessern würden. Er singt: „Meine Amygdala / Beeil dich und rette mich, beeil dich und rette mich / Meine Amygdala / Beeil dich und hol mich hier raus, beeil dich und hol mich hier raus.” Ungeachtet dessen, wie wichtig diese Region unseres Gehirns für das Überleben ist und wie sie arbeitet, um uns durch das Auslösen unseres Kampf- oder Flucht-Reflexes vor Gefahren zu schützen, würde SUGA viel lieber seine negativsten Erinnerungen auslöschen. Später im Musikvideo fängt der Raum an, in Schräglage zu geraten. Das deutet darauf hin, dass es nicht nur ein Raum ist, dem er entfliehen muss, sondern eher ein Berg, den er erklimmen muss.


Der Regen im Musikvideo bringt ein Gefühl der Vorahnung durch seine Erinnerungen mit sich, was sinnvoll erscheint, schließlich passierte sein Unfall an einem regnerischen Tag. Als das Musikvideo das Ende erreicht, sehen wir den SUGA auf dem Motorroller zum SUGA in dem dunklen Raum eilen, in dem Versuch, ihn zu retten und ihn von seinen schmerzhaften Erinnerungen zu befreien. Er versucht mit großer Anstrengung die Tür zu öffnen und sich selbst zu retten, doch er schafft es nicht. Obwohl das Ende offen bleibt, kann es so interpretiert werden: SUGA ist immer noch in diesen schmerzhaften Erinnerungen gefangen, die verhindern, dass er vollständig gesund wird.


Das Musikvideo fühlt sich so intim an und ist niederschmetternd anzusehen, denn es ist eine Erinnerung daran, was SUGA durchmachen musste. Es braucht eine Menge Mut, der Öffentlichkeit etwas so Verletzliches zu zeigen und es offen für Interpretation zu lassen. Wir bedanken uns bei SUGA für das Geschenk dieses wundervollen Songs und Videos.


Verfasst von: Pluto

Editiert von: Lisa K

Gestaltet von: Achan

Übersetzt von: Sara

Übersetzung editiert von: Piniie & Vicky


ARMY Magazine gehören keine der Bilder/ Videos in unserem Blog. Es ist keine Urheberrechtsverletzung beabsichtigt.


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